Vita – Yosemeh Adjei – Countertenor

Yosemeh Adjei Countertenor

„Seine helle seelenvolle Kopfstimme ist Faszinosum ersten Ranges…“

schreibt das Halle Forum zum Abschlusskonzert der Händelfestspiele 2008.

Mit seiner außergewöhnlichen Stimme begeistert so der Countertenor Yosemeh Adjei das Publikum auf den Konzert- und Opernbühnen im In- und Ausland. Mit ghanaischen Wurzeln in Nürnberg geboren ist er als Windsbacher Sängerknabe „groß“ geworden und wirkte schon im Alter von zehn Jahren an zahlreichen Schallplatten- und Fernsehproduktionen sowie Konzerttourneen mit, wobei er sich zunächst als Instrumentalist auf der Trompete in Karlsruhe an der dortigen Musikhochschule von Prof. Reinhold Friedrich ausbilden ließ. Als langjähriges Mitglied des Rundfunkorchesters des Westdeutschen Rundfunks in Köln absolvierte er ein Studium an der Musikhochschule Köln mit Auszeichnung bei Kai Wessel und verlegte seinen musikalischen Schwerpunkt wieder ganz auf den Gesang. Wichtige Impulsgeber für seine musikalische Entwicklung waren während dessen Persönlichkeiten wie Andreas Scholl in Basel, Charles Brett in London und Thomas Quasthoff in Berlin.

Seit seinem Konzertdebüt mit der musica antiqua unter der Leitung von Reinhard Goebel sang Yosemeh Adjei mit namhaften Orchestern und Ensembles wie der Polnischen Kammerphilharmonie, dem Kammerorchester Carl Philipp Emanuel Bach, der Gächinger Kantorei, dem Rundfunkorchester des Wesdeutschen Rundfunks sowie der Potsdamer Kammerakademie in zahlreichen Solo Konzerten unter der Leitung von Karl Heinz Steffens, Helmut Rilling sowie Andrea Marcon, Denis Comtet und Konrad Junghänel. Regelmäßig gastiert er bei den Musik-Festivals im Rheingau, Schleswig Holstein, Nantes, dem Musiksommer Kloster Chorin, in Brandenburg und des MDR in Leipzig.

Als Finalist des Deutschen Musikwettbewerbs und Preisträger des internationalen Wettbewerbs für „Alte Musik“ in Brügge komponierte Detlev Glanert für Yosemeh Adjei die Musik zur Hörspielproduktion „Orlando furioso“ des Westdeutschen Rundfunks, welche anschließend bei dem New Yorker Musikverlag Random House erschienen ist. Schon im folgenden Jahr gab er mit „La Stagione“ Frankfurt sein Debüt bei den Händelfestspielen in Halle mit Händels Athalia und gilt seither als einer der herausragendsten Sängern seines Fachs.

„…Adjei beherrscht sein Stimmorgan als Instrument so perfekt, dass er sich ganz der Gestaltung und dem Einbringen der barocken Affektsprache widmen kann…“ (Haller Kreisblatt)

Durch seine musikalische und stimmliche Flexibilität

„…herausragend und enorm vielgestaltig…“ (Frankfurter Rundschau)

beschäftigt er sich ebenso intensiv mit Produktionen neuer Musik wie die „Bestmannoper“ von Alex Novitz in Osnabrück

„…Adjeis großartige Leistung als Countertenor lässt …eine nicht auflösbare Spannung aufkommen…“

(Osnabrücker Sonntagszeitung)

oder Adriana Hölszkys „Hybris“ bei den Schwetzinger Festspielen und begeistert dafür Publikum und Presse

„…Yosemeh Adjei als König Amphione stach insofern heraus als er den plötzlichen Lagenwechseln und schwierigen Sprüngen virtuos gerecht wurde und neben dem Falsett auch tiefere Brustregister gleichwertig einbezog“ (Süddeutsche Zeitung)

Ende 2008 war er als Artemis in Hans Werner Henzes zuletzt komponierter Oper „Phaedra“ in einer Produktion des Heidelberger Theaters zu erleben. Er sang die Rolle des Apollo in B. Brittens Oper „Tod in Venedig“ am Staatstheater am Gärtnerplatz in München und war bei den Schwetzinger Festspielen 2009 mit großem Erfolg in der Titelpartie der Händeloper „Ezio“ zu erleben. In 2010 gastierte er in Adriana Hölszkys Oper „Hybris“ an der Oper von Lissabon. Bei den Händelfestspielen Halle 2010 war er als Solist in dem Händel-Tanzprojekt „Maria xxx“ engagiert. Beim Rheingau Festival 2010 sowie beim WDR Köln sang er die Partie des Gismondo in konzertanten Aufführungen der Scarlatti-Oper „Penelope“ mit der Lautten Compagney Berlin.
Engagements in der Saison 2010/11 werden sein: Oberon in Brittens „Sommernachtstraum“ am Staatstheater Braunschweig, Antippo in Telemanns „Der geduldige Sokrates“ am Staatstheater am Gärtnerplatz in München sowie Bajazete in Vivaldis „Tamerlano“ beim Schwetzinger Winter.

Weitere Höhepunkte in der jungen Karriere sind seine Konzerte in der Essener und der Kölner Philharmonie

„…Die Entdeckung des Nachmittags war der Altus Yosemeh Adjei, der ein glanzvolles Philharmonie-Debut … ablieferte: Die sanft Klarheit seiner Stimme ist wundersam genug…“ (Kölner Stadtanzeiger)

sowie des Festpielhauses in Baden-Baden, Oberon in Detmold, Händels „Siroe“ in Wuppertal, Niccolo Piccinis „Catone in Uttica“ in der Mannheimer Staatsoper sowie die Julius Cäsar Produktion bei den Göttinger Händelfestspielen.

Enge Zusammenarbeit verbindet ihn mit Reinhard Goebel sowie Reinhold Friedrich mit dem er seit einigen Jahren mit dem Ensemble „concerto grosso Friedrich“ das Publikum in Stuttgart (Liederhalle) Bremen (Glocke), Luzern (Festspielhaus) Köln (Philharmonie) München (Herkulessaal) Ludwigsburg
(Forum) begeistert, sodass von diesem erfolgreichen Programm eine CD bei Capriccio erschienen ist. Er wirkte an zahlreichen Rundfunkproduktionen, unter anderem mit dem SR (Saarbrücken), SWR (Stuttgart), DF (Baden-Baden), WDR (Köln) und dem MDR (Halle) mit.

In seinem telemann-consort-hamburg mit Mitgliedern des Symphonieorchesters des NDR Hamburg und des Freiburger Barockorchesters widmet sich Yosemeh Adjei intensiv der Kammermusik des 16. bis 18. Jahrhunderts und ist damit ständiger Gast in Konzerten der Musiksommer von Brandenburg, Quedlinburg und des MDR in Leipzig sowie der villa musica in Mainz. Zuletzt begeisterte der Countertenor in Bachs h-moll Messe unter Morten Schuldt Jensen während einer Konzert – Tournee ein großes Publikum in Japan.

Seine kommenden Partien sind unter anderem Polinesso in Händels „Ariodante“ im Theater Ulm sowie die des Orfeo in der Oper „Orfeus und Eurydike“ von Christoph Wilibald Gluck in einer Inszenierung im Theater Regensburg. Ferner wird Countertenor Yosemeh Adjei in John Cages „Europeras“ inszeniert von Heiner Goebbels in der Produktion der Ruhr Triennale 2012 in Bochum zu hören sein.